Unsere Geschichte oder „Wie wir auf den Hund kamen“

 

Schon von Kindesbeinen an bin ich mit Hunden aufgewachsen. In einer Vorortgemeinde Münchens war ein kleiner Spitz, und dann,  als ich so um die 9 Jahre alt war, ein Schäferhund-Spitz Mischling mein treuer Begleiter. Mit diesem teilte ich meine Abenteuer an den kleinen Bächen der Isargegend und machte so die Erfahrung, was für ein treuer Kerl und  auch „Seelentröster“ so ein „Hund“ für ein Kind und  einen Heranwachsenden sein kann.

Später dann, als ich eine eigene Familie gründete,  wohnte ich neben meinen Eltern, die zu diesem Zeitpunkt einen Cockerspaniel besaßen, der allerdings zu Kindern nicht immer ein freundliches Verhältnis pflegte.

Anfang der 90er Jahre - wir hatten damals 3 Kinder – beschlossen wir, dem Verkehrslärm zu entfliehen und bauten uns ein Haus am Ortsrand von Isen im Osten Münchens. Als "Zuckerl" für unsere Kinder versprachen wir diesen einen eigenen Familienhund. Meine Frau war anfänglich nicht sonderlich begeistert, da sie eher ein wenig Angst vor Hunden hatte. Also war es für uns besonders wichtig, eine kinderliebe, brave Hunderasse auszusuchen. Da ja in Kinderbüchern immer wieder Bilder von Berner Sennhunden abgebildet waren, dieser uns sehr gefiel und die Hunderasse als braver Familienhund beschrieben wurde, kauften wir uns bei einem Bauern eine  Berner Sennenhündin - ohne Abstammungsnachweis. Wir sahen damals keinen Sinn darin, Geld für einen Hund mit Papieren auszugeben. Dass ausgewählte und verantwortungsvolle Zucht durchaus einen Sinn hat- hieran dachten wir nicht.

Leider mussten wir bald feststellen, dass unsere "Trixi" an einem Nieren-Blasen-Leiden litt und nach vielen Tieraztbesuchen eine Operation mit 9 Monaten unumgänglich war.

Zwischenzeitlich war unser 4. Kind zur Welt gekommen und Trixi wuchs praktisch gleichzeitig mit  diesem auf. Sie war uns allen eine treue Begleiterin, und wir hatten sehr viel Freude mit ihr. Als unser Jüngster mehr und mehr anfing die Gegend zu erkunden, da war der Hund stets mit dabei. So wussten wir eigentlich immer, wo unser Sohn in der Nachbarschaft gerade auf Besuch war, denn Trixi lag immer brav vor dem Gartentürl um darauf zu warten, bis der kleine Kerl wieder herauskam um ihn dann wieder nach Hause zu begleiten.

Eines Tages lagen kleine Welpen in der Hundehütte; wir hatten erst spät bemerkt, dass unsere von Natur aus gut genährte Hündin trächtig war. Vier Kleine waren geboren, die wir aufzogen und mit denen unsere gesamte Familie viel Spaß hatte. Zwei  Jahre später wurden nochmals  9 Mischlingswelpen geboren, die mit großem Hallo aufgenommen wurden. Leider verstarb Trixi ein Jahr später mit nur fünf Jahren an dem angeborenen Nierenleiden.

Nach einer Zeit der Trauer – zwischenzeitlich hatten wir 5 Kinder – kauften wir uns wieder eine Berner Sennenhündin –auch diese von einem Bauern und ohne genaue Kenntnis der Gesundheit und Herkunft der Eltern. Nelly, so nannten wir sie, ließen wir einmal von einem Berner Sennenrüden decken, und es kamen 5 kleine Berner zur Welt, die wir groß zogen und an ausgesuchte Tierfreunde vergaben. Nellly starb im Alter von drei Jahren an einem epileptischen Anfall.

Das Resümme nach diesen beiden Hündinnen war mit  vielen Sorgen und Tränen vor allem auch für unsere Kinder verbunden, war doch keine der beiden gesund gewesen, und allzu früh mussten wir uns von ihnen verabschieden.  Trotzdem gehörte ein Hund für uns, insbesondere aber auch für unsere Kinder in die Familie. Vor allem unsere älteste Tochter drängte darauf, gerade im Hinblick auf das Thema Gesundheit und Langlebigkeit sich intensiver mit der Herkunft eines neuen Welpen zu beschäftigen.

So wurde es der größte Wunsch, einen Hund aus seriöser Zucht zu kaufen und vielleicht sogar selbst als anerkannte Zuchtstätte unter Einhaltung sinnvoller Kriterien zu züchten und somit zum Erhalt einer gesunden Rasse Berner Sennenhund beizutragen. Denn zu beobachten, wie sich kleine Hundewelpen von Tag zu Tag weiterentwickeln und die Welt für sich entdecken, das war für unsere gesamte Familie faszinierend.

Nach längerer Bedenkzeit entschieden wir uns daher für eine Hündin aus der SSV-Zucht und gelangten so zu der Zuchtstätte von der Salvatorhöhe im badenwürttembergischen Aalen. Hier erwarben wir im Jahre 2005 von Dorothea Fredrich unsere Isabella. Mit ihr beschäftigte sich vor allem unsere älteste Tochter auf dem Hundeplatz und trainierte nach erfolgreich bestandener Begleithundeprüfung mit der sportlichen Hündin in den  verschiedensten Bereichen. Isabella, die unsere Tochter stets ihren "Hundertpro"- Hund nannte wurde 2007 zur Zucht zugelassen.

Schon 2005 waren wir als Mitglied dem SSV beigetreten und gründeten die Zuchtstätte "vom Isener Land". Kurz vor dem ersten Deckackt wurde Isabella Opfer eines tragischen Verkehrsunfalles.Unsere Trauer war riesig. Wir waren an dem Punkt angelangt, dass wir unser weiteres Leben ohne Hund planten; es waren einfach zu viele Tränen in den letzten Jahren vergossen worden und der Schock über den letzten Verlust unfassbar. 

Doch nach rund 1 ½ Jahren nahm die Sehnsucht nach einem vierbeinigen Begleiter wieder überhand. "Das kann es einfach nicht gewesen sein“, beschlossen wir und machten uns auf die Suche nach einer passenden Berner Hündin. Diese fanden wir nahe Freiburg bei der Züchterfamilie „vom Busamhof“. 

In der Zwischenzeit sind bereits wieder 2 ½ Jahre vergangen und unsere Bertha-Emily alias Emma hat im März 2011 erfolgreich ihre Körung bestanden

Unser Ziel ist es, wesensstarke, gesunde und vor allem auch langlebige Berner Sennenhunde zu züchten. So können wir voller Überzeugung den zukünftigen Familien unserer Welpen viel Freude mit ihren vierbeinigen Begleitern wünschen.

Familie Anton Ulrich


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